DJ-Mobil

Es kommt immer eine ganze Menge Equipment zusammen für ein DJ-Set … Boxen, Subwoofer, Lichteffekte, Stative usw. Zum Glück ist der Kombi lang, eben und hoch!

Über Geld spricht man nicht!

… oder vielleicht besser doch?

Wir haben die letzten Jahre unsere DJ-Dienstleistung vorrangig in unseren Gastronomien angeboten. Daraus hat sich ein beständiges, kleines und feines Geschäft entwickelt – über Empfehlungen ging es von einer Hochzeit zum nächsten Geburtstag zum folgenden Firmen-Event.

Mit der Entscheidung, die DJ-Dienstleistung breiter anzubieten, einher geht die Präsenz in verschiedenen Foren und Gruppen. Wobei Gruppen es eher trifft – die Zeit der Foren scheint vorbei zu sein; das Geschehen in diesem Bereich hat sich vom klassischen Internet-Forum hin zu mehr oder minder spezialisierten Gruppen zum Beispiel auf Facebook verlagert.

Als Neulinge in diesen Gruppen fallen zwei Dinge besonders auf … nein, falsch – es sind drei Dinge: das Dritte sind die Netz-Trolle, die auch hier nerven; jedoch sicherlich nicht DJ-Gruppen-spezifisch sind, sondern zwischenzeitlich zum allgemeinen Ärgernis der Internet-Nutzung mutiert sind. Was einen hingegen als Charakteristikum bei den DJ-Gruppen förmlich anspringt, ist die Gagen-Thematik zum einen, und die offensichtlich außerordentlich unterschiedlich Auslastungen der in diesem Sektor tätigen Dienstleister.

Letzteres ergibt ein absurd anmutendes Bild: Gut gebuchte DJs bieten Gigs zu Terminen an, für die sie von Endkunden angefragt wurden, an denen sie jedoch schon gebucht sind. Binnen weniger Minuten gibt es eine Vielzahl von Meldungen offensichtlich weniger gut gebuchter DJs; im Regelfall ist die Buchung inklusive einer Provisionszahlung in weniger als einer Stunde vergeben. Wenn man das mit etwas Abstand betrachtet, drängt sich unweigerlich die Frage auf, wie in dieser doch relativ kurzen Zeit ein Austausch über die Eckdaten, das eigene Können, die Erwartungen, die Gage etc. stattfinden soll. Oder kurz gesagt: Wie findet man innerhalb von Minuten als DJ heraus, wer aus der Menge der DJ-Anbieter der Passende für den zu vergebenden Job ist? Wer also für das gebotene Entgelt eine gute Dienstleistung erbringt.

Was direkt zum zweiten Aspekt führt: Die Gage. In den letzten Tagen wurden mehrer DJ-Sets zur Übernahme angeboten. Einige Jobs waren noch zu verhandeln, was die Gage angeht. Bei der Mehrzahl standen die Gagen fest; die Bandbreite reicht von 300 € für 6 bis 8 Stunden bis zu 15 € pro Stunde. Brutto, wohlgemerkt. Auch diese Sets waren binnen kürzester Zeit vergeben; das Geld scheint also im negativen Sinne keine Rolle zu spielen. Hauptsache, man hat den Job.

Das setzt aus unserer Sicht ein fatales Signal: Mehr ist die DJ-Dienstleistung nicht wert.

Vielleicht ist es vor diesem Hintergrund erforderlich, als DJ-Dienstleister doch etwas mehr über Geld zu sprechen. Zum Beispiel, indem man beleuchtet, welche Kosten aus dem Umsatzerlös für ein DJ-Set zu finanzieren sind:

  • Zeit. Die Zeit für den eigentlichen DJ-Einsatz bei der Feier vor Ort ist klar, wobei hier Auf- und Abbau nicht unwesentlich ins Gewicht fallen. Nicht so offensichtlich hingegen ist die aufzuwendende Zeit, um überhaupt dienstleistungsfähig zu werden bzw. zu bleiben. Wir nutzen zum Beispiel einen festen Tag pro Woche nur dazu, um neue Songs einzuschätzen, zu erwerben, ins System einzuspielen, Genres und Playlists zuzuorden und schließlich mittels Cue-Punkten zu analysieren. Und auch für DJs gilt: Übung macht den Meister … und das möglichst mehrere Stunden wöchentlich.
  • Musikbibliothek. Die kommt bei einem DJ nicht von Spotify & Co. und ist auch nicht kostenfrei.
  • Technik. Ein DJ-Controller, zwei Rechner mit Bildschirmen für die Musik bzw. die Lichtsteuerung, Lautsprecher und Bässe, Mikrofone, verschiedenste Lichteffekte, Dunst-/Nebelmaschinen, Verkabelung, Stative, Truss, Halterungen und Sicherungsseile … wollen gekauft, gelagert, gewartet und transportiert sein.
  • Beiträge und Steuern. Fangen bei einer Kleinigkeit wie den Gebühren für eine Gewerbeanmeldung an und gehen über die Beiträge für eine spezifische Haftpflichtversicherung bis hin zu den durchaus relevanten GEMA-Beiträgen für die Lizenzierung der Musikbibliothek. Schließlich ist die Umsatzsteuer aus dem Umsatzerlös abzuführen, und irgendwann fällt dann (hoffentlich) auch eine Ertragssteuer an.

Die Aufzählung macht deutlich, dass es auf Dauer nur schwer möglich sein wird, 6 bis 8stündige Feiern für zum Beispiel 300 € betriebwirtswirtschaftlich sinnvoll anzubieten. Man kann das als DJ machen, wenn man im Geschäft Fuß fassen möchte, oder wenn man diesen einen Job aus welchen Gründen auch immer unbedingt machen will. Langfristig ist dies jedoch sicherlich kein tragfähiges Modell.

Für den Endkunden, also den “Inanspruchnehmer” der DJ-Dienstleistung, stellt sich die Frage, was er oder sie möchte – ein Schnäppchen, oder eine souveräne Dienstleistung; Jukebox-Playlist mit Boxauto-Geflacker, oder DJ-Können und ein Lichtkonzept. Das eine wie auch das andere ist in Ordnung, und für das eine wie das auch andere gibt es zahlreiche Anbieter. Die Kombination aus beidem ist hingegen eine seltene Ausnahme.

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